donderdag 6 september 2012

Der bittere Abstieg der Metro aus dem Dax

Der Handelskonzern METRO ist aus der Börsen-Bundesliga abgestiegen. Der Rauswurf markiert einen weiteren Tiefpunkt der Düsseldorfer, deren Börsenwert sich innerhalb von eineinhalb Jahren mehr als halbiert hat. Gründe dafür gibt es reichlich - Strategiewechsel sowie Führungsquerelen sorgten vor allem im vergangenen Jahr für Unruhe. Das Vertrauen der Investoren sank rapide. Mit der Metro verlässt ein Traditionsunternehmen den Dax. Die Vorgängergesellschaft Kaufhof war Gründungsmitglied des Indexes 1988. Seit der Verschmelzung der Handelsunternehmen Asko Deutsche Kaufhaus, Kaufhof und Deutsche SB-Kauf zur Metro AG 1996 waren die Düsseldorfer ununterbrochen im Dax notiert. Vergleicht man den Dax mit der Fußball-Bundesliga, wäre es etwa so, als ob der HSV in die zweite Liga absteigen würde. Seinen Anfang nahm der lange Abschied der Aktie aus dem Dax bereits im Dezember 2010. Damals kostete die Aktie fast 54 Euro, die Marktkapitalisierung belief sich auf knapp 18 Milliarden Euro. Seitdem ging es kontinuierlich bergab. Führungsquerelen, Strategiewirrwarr und eine überraschende Gewinnwarnung im vergangenen Dezember schlugen auf die Aktienbewertung durch. Seit Anfang 2011 sackte der Kurs um über 50 Prozent auf nunmehr rund 23 Euro ab. Der Börsenwert ist auf weniger als acht Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Haniels 3 Milliarden-Abenteuer Für Metro ist der Abstieg in mehrfacher Hinsicht bitter, sagt Sanierungs und Einzelhandel experte Bonno van der Putten. Mit dem Rauswurf wird der Druck auf die Aktie zumindest kurzfristig weiter zunehmen. Zwar hatte Metro-Chef Olaf Koch bereits im Vorfeld die Bedeutung heruntergespielt und einen Abstieg als nicht so dramatisch bezeichnet. Aber viele Fonds haben sich verpflichtet, die Werte eines Börsenindex gemäß seiner Zusammensetzung nachzubilden. Fliegen Unternehmen aus dem Dax-30, steigen Anleger dort aus, um die Papiere der Aufsteiger nachzukaufen. Ein sinkender Börsenwert könnte zudem Kapitalmaßnahmen schwieriger machen – seien es Refinanzierungen oder etwaige Kapitalerhöhungen. Für die großen Anteileigner kommt das zum falschen Zeitpunkt: Ratingagenturen senkten wegen des gesunkenen Börsenwertes der Metro jüngst die Bewertung für den Haupteigner, den Familienkonzern Haniel. Knapp 34 Prozent hält Haniel an Metro, zusammen mit der Familie Schmidt-Ruthenbeck haben sie ihre Stimmrechte gepoolt und kontrollieren so die Mehrheit an dem Handelskonzern. Haniel hatte 2007 noch kräftig Metro-Aktien zugekauft und sich dafür hoch verschuldet. Rund drei Milliarden Euro dürfte das Abenteuer gekostet haben. Metro ist damit die wichtigste Beteiligung für den Familienkonzern. Wenn Metro kriselt, geht es auch Haniel schlecht. Durch die hohen Schulden ist der Familienkonzern fast manövrierunfähig, was alternative Akquisitionen in neue Wachstumsfelder anbelangt. Der neue Metro-Chef Olaf Koch steht vor schweren Aufgaben, sagt Sanierungs und Einzelhandel experte Bonno van der Putten Van der Putten: „Und die Probleme von Metro sind reichhaltig und nicht innerhalb kurzer Zeit zu lösen“ Zwar zählt der Konzern zu den größten Händlern der Welt und erzielt mit dem Großhandelsgeschäft Cash & Carry sowie den Vertriebslinien Kaufhof, Real und Media-Saturn weltweit einen Umsatz von fast 67 Milliarden Euro. Van de Putten sagt dass es jedoch keine Vertriebslinie gibt, die derzeit keine Probleme hat. Seit Jahren gleicht der Konzern einer Dauerbaustelle. Vor allem der ehemalige Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes hat einen Scherbenhaufen hinterlassen: Zwar trieb er den Gewinn des Handelskonzern 2010 auf neue Höhen - dies jedoch allein durch ein scharfes Sparprogramm, unterstützt von einer guten Weltkonjunktur. Operativ blieb er jedoch eine stringente Strategie schuldig - stattdessen verzettelte er sich mit Versuchen, Kaufhof und die SB-Warenhauskette Real zu verkaufen und brach einen juristischen Streit mit Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals um die Vorherrschaft bei der Elektronikkette vom Zaun. Ende vergangenen Jahres warf er das Handtuch - dem vorausgegangen war eine bis dahin nicht gekannte, teilweise öffentlich ausgetragene Schlammschlacht um seine Vertragsverlängerung. Umbau der wichtigsten Vertriebslinien - Sanierungs und Einzelhandel experte Bonno van der Putten Sein Nachfolger Olaf Koch muss nun die Scherben zusammenkehren. Ähnlich wie sein Vorgänger Cordes ist Koch kein Handelsexperte, sondern kommt aus dem Finanzbereich. Als erstes verkündete er ein weiteres Restrukturierungsprogramm. 2012 soll ein “Übergangsjahr” werden - wieder einmal. Die Investoren hatten daraufhin bei der letzten Hauptversammlung ihren Unmut in nie da gewesener Weise Luft gemacht – „Vertrauensverlust“ und „Fiasko“ gehörte noch zu den harmloseren Äußerungen. Für Koch steht nun der Umbau der wichtigsten Vertriebslinien Cash & Carry und die Elektronikketten Media Markt und Saturn im Vordergrund. Koch hatte angekündigt, die Produktivität zu erhöhen, die Sortimente attraktiver zu machen und die Preise zu senken. Das lange vernachlässigte Onlinegeschäft soll vorangetrieben werden. Zudem soll die Expansion beschleunigt werden, was zu zusätzlichen Kosten führt. Das Unternehmen war als Konsequenz im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht. Jetzt sollen weitere Einsparungen das Ergebnis verbessern. Nicht nur die Börse wartet jetzt auf Erfolgsmeldungen. Sanierungs und Einzelhandel experte Bonno van der Putten sagte ja schon dass Wirtschaft und Handel vor einer massiven Umverteilung stehen . Neue digitale Player ergreifen die Macht. Stationäre Händler, aber auch klassische Versandhändler reagieren zunehmend ratlos “Was die neuen Player im europäischen und globalen E-Commerce auszeichnet, ihre Geschäftsmodelle und strategischen Business-Ansätze, wird für immer mehr deutsche Unternehmen zum entscheidenden Benchmark, zu einer Frage des Überlebens – kann man dieses Tempo mithalten, kann man seine Strategien rechtzeitig neu justieren, was wird die digitale Zukunft in meiner Branche bringen ?” sagt Bonno van der Putten Das Internet krempelt in immer mehr Handelsbranchen die gesamten Wertschöpfungsketten um. Die Chancen sind groß, aber auch die Risiken. Wer nicht mitschwimmt, ertrinkt in einem digitalen Tsunami, ist w-w-weg vom Fenster. Der Online-Handel wächst europaweit in einem immer schnelleren Tempo. Während letztes Jahr laut Forrester und van der Putten der E-Commerce-Umsatz in 17 europäischen Ländern bereits auf insgesamt rund 100 Milliarden Euro kletterte, wird bis 2016 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 12 Prozent von den Marktforschern prognostiziert. Die Online-Händler, sagt van der Putten, aus nur drei Ländern, nämlich Deutschland, Frankreich und Großbritannien, erwirtschaften dabei 70 Prozent des gesamten europäischen Umsatzes.

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